1218 – 2018 Wiesbach/Saar 800 Jahre

Der Ort Wiesbach hat zur Zeit ca. 4100 Einwohner. Die Gemarkungsflächebeträgt rund 800 Hektar. Von 260 bis 300 m ü. NN reicht die Höhenlage desDorfes, außer dem Ortsteil Mangelhausen dessen höchste Erhebung bei etwa358m ü. NN liegt.

Prähistorie:
Die ersten Siedler auf dem Wiesbacher Bann, waren Kelten und später dieRömer. Funde, die deren Anwesenheit untermauern, fand man an vielen Stellender Wiesbacher Gemarkung.Auf Flur 2, Gewanne Hahnwald, im sogenannten Klein’schen Wald, wurde einkeltisches Hügelgrab mit Beigaben (Bronzearmband und Ring) gefunden.Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. unterwarfen die Römer das gallische Volk undbesetzten deren Gebiet und damit auch unsere Gegend. Aus dieser Zeit derFrühgeschichte stammen die römischen Funde, die auf der GemarkungWiesbach zu verzeichnen sind. So zum Beispiel, die Fundamente einerrömischen villa rustica am Wallenborn oder aber der römische Münzschatz ausdem Ortsteil Mangelhausen. Auch führte eine Römerstraße über den Kamm desErschberges durch Mangelhausen. Die Römer verließen gegen Ende des 4.Jahrhunderts n. Chr. unser Gebiet.

Wissenbach -Grafschaft Blieskastel
Wissenbach (Wiesbach) im Oberamt Schaumburg, gehörte bei derErsterwähnung zur Grafschaft Blieskastel. Zum erstenmal ist das Dorf Wiesbachin einer Urkunde des Grafen Heinrich von Blieskastel genannt. In diesemDokument, ausgestellt im Jahre 1218, vermacht der vorgenannte Graf seineEinkünfte in Wiesbach den Mönchen des Klosters Tholey. Als Gegenleistungsollen diese ein Jahrgedächtnis für ihn und einige Familienmitglieder abhalten.Nach dem Tod des Grafen Heinrich erlosch das Blieskasteler Grafengeschlecht.

Von der Grafschaft über das Herzog- zum Fürstentum
Nach langjährigen Streitigkeiten um die Grafschaft Blieskastel, kam dasOberamt Schaumburg, zu dem Wiesbach gehörte, im Jahre 1278 zumHerzogtum Lothringen. Dort verblieb es bis zum Jahre 1766, also 488 Jahrelang. Als damals das Herzogtum Lothringen an Frankreich fiel, wurde auchunser Heimatgebiet der französischen Krone unterstellt. Zwischen Frankreich-2-und Nassau-Saarbrücken fand aber umgehend ein Gebietsaustausch statt. DasAmt Schaumburg kam zum Fürstentum Nassau-Saarbrücken, wobei Wiesbachin das nassauische Amt Ottweiler eingegliedert wurde.

Französische Revolution, Napoleon und die Preußen
Die Französische Revolution von 1789 hatte auch Auswirkungen auf unserGebiet. Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken musste 1792 vor denfranzösischen Truppen fliehen. Die Franzosen legten eine neueVerwaltungsordnung fest, wobei unser Ort zum Kanton Lebach kam. AlsGesetzbuch wurde bei uns der Code civil eingeführt. Nachdem Napoleon 1814bei Waterloo entscheidend besiegt war, wurde wiederum eine Neugliederungunseres Bezirkes vorgenommen. Das Land an der Saar kam 1816 zu Preußen,wobei Wiesbach zur Bürgermeisterei Dirmingen gehörte.

Territoriale Zugehörigkeit ab 1918
Nach dem Ersten Weltkriege endete die deutsche Verwaltungstätigkeit. EineVölkerbund-Kommission regelte die politischen Belange. Unser Ort gehörte alsselbstständige Gemeinde zum Amtsbezirk Eppelborn. Nach dem Ergebnis einer1935 durchgeführten Volksabstimmung kam das Gebiet wieder zum DeutschenReich. Es verblieb dort bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Nach diesemverlorenen Krieg bestand im Saarland eine eigene Verwaltungseinheit unterFührung einer französischen Militärregierung. Die Wahl des erstensaarländischen Parlamentes fand 1947 statt. Im Jahre 1955 wurde über dassogenannte Saar-Statut abgestimmt. Das Ergebnis der Abstimmung wareindeutig, so dass das Saarland 1957 als Bundesland der BRD angeschlossenwurde.
Wiesbach war bis 31. Dezember 1973 eine selbstständige Gemeinde. Am 1.Januar 1974 trat im Saarland das Gesetz zur Gebiets- und Verwaltungsreform inKraft. Die Gemeinde Wiesbach wurde aufgelöst und als Ortsteil der neugeschaffenen Gemeinde Eppelborn zugeordnet. Wiesbach gehört seitdem zurGemeinde Eppelborn im Kreis Neunkirchen.

Erich Tinnes